Gestern war es endlich soweit. Das Warten hatte ein Ende. Seit Wochen können es die Fans kaum noch erwarten. Seit gestern hat das Leben wieder einen Sinn. Und um 20.30 war es dann soweit. Anpfiff zum 1.Spieltag der Fussball Bundesliga in der Saison 2010/2011. Zum Auftakt der 48. Saison besiegte der amtierende Meister aus München die Wölfe vom Vfl Wolfburg glücklich, aber nicht unverdient mit 2:1.
Wer an diesem Abend kein Fussball schaute, hatte vermutlich etwas besseres zu tun oder schaute die neue Casting-Show X-Factor bei RTL, die ja angeblich mit einem völlig neuen und in Deutschland noch die da gewessenem Format, dass schlechte Image von Casting-Shows aufpolieren möchte.
Drei Juroren stehen für drei Kategorien. Sänger oder Sängerinnen bis 25. Sänger oder Sängerinnen über 25 und in der letzten Kategorie finden sich Gesangsgruppen und Duette. Jeder der drei Juroren ist Mentor für eine Kategorie, in der jeweils 3 Acts in den 8 geplanten Liveshows gegeneinander antreten. Dem Gewinner der Show winkt natürlich ein Plattenvertrag und ein Leben in Saus und Braus. Doch der Weg bis dahin ist lang und schwer. Nach einem erfolgreichen Vor-Casting geht es in den Recall, wo man sich zum ersten mal der Jury stellen muss. Danach geht es ins Bootcamp (was auch immer das sein soll), um anschließend im Jury-Haus darauf zu hoffen, in die Liveshows mitgenommen zu werden. Aus insgesamt 19.000 Bewerbungen muss die Jury ihre Auswahl treffen.
Doch wer ist überhaupt in der Jury. Hier die gute Nachricht. Dieter Bohlen ist nicht dabei. Vielmehr sind es Niedersachsens ehemalige Pop-Queen “From Sarah with Love” Connor (viele Grüße nach Delmenhorst), Starbläser Till Brönner und Deutschlands erfolgreichster Musikproduzent George Glueck. Dieses durchaus sympathische Trio gibt sich wirklich viel Mühe, dieser Sendung einen seriösen Anstrich zu verpassen, doch leider gelingt es nicht. Grund dafür sind natürlich wieder einmal die Kandidaten, deren Lebensgeschichte vom Sender viel zu ausführlich ausgebreitet wird. Man drückt in bekannter RTL-Manier auf die Tränendrüse und ein johlendes und gröllendes Publikum bekundet seine fachunkundige Meinung im Rücken der Juroren. Und natürlich gibt es auch wieder jede Menge peinlicher Teilnehmer, deren Sinn und Zweck darin besteht, die Quote für den Sender zu erhöhen.
Wer DSDS mag, der wird auch X-Factor mögen. Eine Casting-Show bleibt nunmal eine Casting-Show, vorallem wenn sie bei der Senderfamilie RTL/VOX ausgestrahlt wird.